MSR 300: Ein Radabenteuer durch die zauberhafte Landschaft Mecklenburgs

WAS IST DIE MECKLENBURGER SEEN RUNDE BZW. MSR 300?

Die Mecklenburger Seen Runde, auch bekannt als MSR 300, ist ein Radrennen oder auch Radmarathon in Deutschland, das unglaubliche 300 km umfasst. Diese Distanz gilt für die meisten Radfahrer als Meilenstein, da sie für jeden eine bedeutende Herausforderung darstellt.

Die MSR 300 konzentriert sich auf den olympischen Gedanken, was bedeutet, dass es nicht nur darum geht, an erster Stelle zu stehen, auch wenn das für einige Teilnehmer wichtig ist. Stattdessen soll die MSR 300 die Teilnehmer aus ihrer Komfortzone locken und sie ermutigen, etwas abenteuerliches und aufregendes zu unternehmen.

Die MSR 300-Runde beginnt und endet in Neubrandenburg, einem schönen Ort, der von ruhigen Seen, atemberaubenden Landschaften und charmanten Dörfern umgeben ist.

Was mich am meisten an diesem Ereignis beeindruckte, waren die weiten Flächen blühender goldener Rapsfelder, die mir den Atem raubten.

Ich war von dieser Herausforderung fasziniert und freute mich darauf, an diesem erstaunlichen Abenteuer teilzunehmen. Die Mecklenburger Seen Runde ist eine Veranstaltung, die die Teilnehmer dazu ermutigt, ihr Bestes zu geben, und eine Gelegenheit, sich mit gleichgesinnten Menschen zu vernetzen, die eine Leidenschaft für das Radfahren und Abenteuer teilen.

Weitere Infos findet Ihr auf der Veranstalter Website: https://mecklenburger-seen-runde.de/de/msr300

DIE STRECKE DER MSR 300 

In der folgenden Grafik seht Ihr meine gedrehte Runde bei der Mecklenburger Seen Runde. Ich bin um 03:00 Uhr am Samstagmorgen gestartet und war gegen 18:00 Uhr wieder in Neubrandenburg im Ziel. Die Zeit von 15 Stunden ist die Gesamtzeit mit Pausen, die ich teilweise wirklich nötig hatte 🙂 .

WIE BIN ICH ZUR MSR 300 GEKOMMEN?

Was hat mich dazu ermutigt, in diesem Jahr an der MSR 2023 teilzunehmen? Nun ja, letztes Jahr also 2022 musste ich mich leider ein wenig sportlich umorientieren und bin so wieder intensiver zum Radfahren gekommen. Nach den ersten Fahrten auf meinem Rennrad und auch Mountainbike merkte ich, dass es doch auch Spaß macht sich auf dem Rad zu verausgaben und selbst zu fordern. Ich pendelte mit dem Rad so oft es ging zur Arbeit (hin und zurück 66 km) und fühlte mich immer besser. Der Urlaub mit dem Mountainbike in Berchtesgaden gab mir dann den letzten Schubser, dass noch mehr geht mit dem Rad, ob Mountainbike oder Rennrad.

Ich suchte im Internet nach Veranstaltungen für „Jedermann“ und irgendwann traf ich auf den Link zur Mecklenburger Seen Runde. Ich schaute mir die Beschreibung des Events an und war ebenfalls fasziniert wie viele andere von der magischen Grenze 300 km. Bis dato waren 170 km das Weiteste, was ich je an einen Tag mit dem Rad fuhr. Ich ließ diese Faszination ein paar Tage sacken, bis ich meiner Frau von diesem Event erzählte und das ich gerne daran teilnehmen würde. Ich erhielt ein Lächeln und ein leichtes Kopfschütteln von Ihr zurück. Aber das schöne ist, dass ich von meiner Frau und Tochter immer unterstützt werde, so verrückt meine Unternehmungen auch sind bzw. werden. —– VIELEN DANK dafür an EUCH!!! —- .

Am 01.10.2022 war es dann endlich soweit und ich habe mich angemeldet. Meine Startzeit habe ich für 03:00 Uhr morgens ausgewählt also am 20.05.2023. Ich wusste nicht wie lange ich für diese Strecke brauchen werde, aber es hat sich hinterher als super Startzeit für mich heraus kristallisiert.

EIN RAT ZUR UNTERKUNFTSWAHL

Die größte Herausforderung für mich war nach der Anmeldung zur MSR 300 die passende Unterkunft zu finden. Ich war leider etwas zu spät dran und hatte somit auch nicht mehr viel Auswahl um eine Unterkunft zu finden. Am Besten ist gleich nach der Anmeldung so früh wie nur möglich eine Unterkunft zu reservieren bzw. zu buchen. Ich hatte von einigen Teilnehmern dasselbe Leid erzählt bekommen. Einige mussten sogar bis zu 75 km bis zum Start in der Nacht und am Ende wieder zurück fahren. Ich hatte mit meinen 25 km dann doch noch ein wenig Glück.

Camper haben es wohl besser 🙂 . Für Tipps zu Unterkünften bin ich sehr dankbar. Ihr könnt es gerne unten in die Kommentare schreiben, so dass alle die diesen Beitrag lesen etwas davon haben.

DIE TAGE VOR DER MSR 300

Wir, also meine Frau, Tochter, Ruby und meine Wenigkeit reisten am Donnerstag (Himmelfahrt) an und bezogen unser Quartier, eine kleine Ferienwohnung in Friedland. Der Donnerstag und der Freitag galt für uns und besonders für mich der Erholung vor dem großen Sturm und wir nutzen die Zeit uns in der Gegend ein wenig umzuschauen sowie am Freitag meine Startunterlagen in Neubrandenburg abzuholen. Der Kulturpark in Neubrandenburg (hier befindet sich der Start sowie das Ziel) ist wunderschön angelegt und idyllisch am See gelegen. Der Besuch lohnt sich also 🙂 .

DIE MSR 300 GING NUN ENDLICH LOS

Am Freitagabend packte ich alle wichtigen Dinge zusammen, die notwendig waren für die Tour und überprüfte mein altes Rennrad wiederholt. Ich war wirklich aufgeregt, da ich schon Wochen zuvor immer wieder Probleme mit platten Reifen hatte. Ich war mir auf einmal auch nicht mehr sicher, ob ich es überhaupt schaffen würde. Mir gingen sämtliche Möglichkeiten des Versagens durch den Kopf von drei Millionen Platten bis zum Defekt meines selbst zusammengebauten Rennrads. Keine Ahnung, ob das normal ist. 

Ich versuchte mich gegen ca. 20:00 Uhr hinzulegen und noch ein wenig die Augen zu schliessen, jedoch gelang es mir nicht. Um 00:30 Uhr am 20.05.2023 klingelte der Wecker und ich war wie gerädert. Ich zog mich an und versuchte etwas zu essen. Meine Frau und Tochter sowie Ruby ließ ich noch ein bisschen schlafen, da meine Frau mich mit dem Auto zum Start bringen sollte. Gegen 02:00 Uhr fuhren wir dann los in Richtung Neubrandenburg. 

Wir erreichten den Kulturpark in Neubrandenburg gegen 02:30 Uhr. Ich nahm das Rennrad vom Fahrradträger und montierte meine Oberrohrtasche sowie Lenkertasche (nächstes Mal wird deutlich reduziert 🙂 ). Meine Familie verabschiedete mich sichtlich müde, um wieder zurück in die Ferienwohnung in Friedland zu fahren. 

Für mich ging es zuerst in das Zelt, indem es das von mir gebuchte Frühstück gab. Da ich aber so aufgeregt war, bekam ich nur einen Kaffee sowie ein Butterbrötchen hinunter. 

Jetzt gehts los – MSR 300

Ich reihte mich in der Startaufstellung um kurz vor 03:00 Uhr ziemlich weit hinten ein, da es wie schon erwähnt das erste Radevent für mich war. Es war um diese Uhrzeit ziemlich frisch und es war gut, dass ich meine Armlinge sowie Beinlinge angezogen hatte. Es war nicht ganz klar, ob es noch regnen sollte oder trocken bleibt. Zusätzlich hatte ich meine Regenjacke als Windblocker angezogen und es war die richtige Wahl. 
Um eines vorweg zu nehmen, wir hatten mit dem Wetter wirklich Glück, es war zwar kühl und leicht bewölkt, aber es hatte die ganze Zeit nicht geregnet 🙂 . Der Ansager zählte in der Zwischenzeit mit den Teilnehmer den Countdown zum Start. Pünktlich um 03:00 Uhr morgens begannen die ca. 130 Teilnehmer sich in Bewegung zu setzten und sich allmählich einzureihen sowie ihren Tritt zu finden.
MSR300 Start um 03:00 Uhr morgens

Die ersten Kilometer

Ich folgte die ersten Kilometer einfach nur meinen Mitstreitern ohne auf meinen Garmin zu schauen. Es fühlte sich sehr spannend an in so einer großen Gruppe zu fahren. Es gingen mir viele Gedanken durch den Kopf. Nach und nach fand ich meinen eigenen Tritt, indem ich mich sehr wohl fühlte und reihte mich so hinten ein. Nach knapp 3,0 km kam ein kleiner Anstieg von ca. 40 hm, der aber die Gruppe auseinander zog. Meine Beine fühlten sich einigermaßen gut an und die Anfangsnervosität verflog. Ich konnte einige Teilnehmer überholen und versuchte am Ende des Anstiegs eine Gruppe zu finden, die mir die ersten Kilometer ein wenig Windschatten geben könnte.

Die Verpflegungspunkte

Auf der Mecklenburger Seen Runde sind ausreichend Verpflegungspunkte vorhanden, so dass man ca. alle 40 km einen Stop einlegen kann um seine Vorräte wieder aufzufüllen. Für mich war der Abstand zwischen den einzelnen Verpflegungsstationen ideal gewählt, so dass ich nächstes Mal nicht so viel am Rad mitnehmen werde. 
#VerpflegungspunktKilometer
1Feldberg41
2Neustrelitz83
3Schwarz125
4Röbel156
5Nossentiner Hütte195
6Alt Schönau242
7Groß Vielen278
Karte Strecke MSR 300 2023 mit Verpflegungspunkten

Das Fahren in der Gruppe

Irgendwann habe ich eine erste kleinere Gruppe gefunden, in der ich mich hinten eingereiht habe und den frühen Morgen genießen konnte. Die Rapsfelder waren nur schämenhaft zu erkennen und ich wartete nur darauf, das der Sonnenaufgang kam. Später traf unsere kleine Gruppe auf eine größere Gruppe und ab hier wurde es so richtig spaßig. Es ist erstaunlich wie schnell man in einer Gruppe unterwegs sein kann ohne zuviel Power in die Pedale zu geben. Für die meisten ambitionierten Rennradfahrer ist es nichts Neues und denken jetzt bestimmt, wovon redet der denn jetzt, aber für mich war es ja das erste Mal und es war beeindruckend für mich, mit welcher Geschwindigkeit es im Windschatten voran ging. Leider hatte ich nicht das Glück, die ganze MSR 300 in einer Gruppe zu fahren. Nächstes Jahr versuche ich es 🙂 .
Auf dem Rennrad MSR 300 2023
Impressionen MSR 300 2023

Die atemberaubende Natur und Umgebung Mecklenburgs

Langsam kam der Sonnenaufgang und als wir durch die Felder rauschten, kamen sogar die ersten Sonnenstrahlen über ein Rapsfeld heraus. Es war einmalig, da die Blüten dieses Feldes von der Sonne angestrahlt wurden, so dass diese zu leuchten begannen. Im Hintergrund waren Bäume zu erkennen, die aber immer noch dunkel erschienen. Auf der gesamten Tour empfand ich die Natur und Umgebung Mecklenburgs wirklich traumhaft. Wahrscheinlich lag es auch an der Jahreszeit in der die MSR 300 stattfindet. Die Route führte meistens durch ruhigere Bereiche ohne viel Autoverkehr (ja, ich weiß es gab auch Streckenabschnitte bei denen es nicht so war). Nach und nach kämpfte ich mich in die einzelnen Verpflegungsstationen der MSR 300. Jedes Mal versuchte ich Gewürzgurken und etwas Kuchen zu essen, sowie meine Wasserflaschen aufzufüllen. Die ganze Tour hinweg war es nicht nötig von den einzelnen Verpflegungsstationen zusätzlichen Proviant mitzunehmen, die einzelnen Verpflegungsstellen reichten eigentlich aus 🙂 .
Impressionen MSR 300 2023
Impressionen MSR 300 2023

Der Hungerast – Kilometer 216

In dem Verpflegungspunkt Nossintiner Hütte 195 km machte ich dann meinen größten Fehler dieser Tour. Ich hatte keinen Hunger und konnte nichts essen. Ich bekam nichts hinunter und so trank ich nur ein wenig, füllte meine Flaschen wieder auf und setze mich wieder auf mein Rad. Seit geraumer Zeit war ich ohne eine Gruppe unterwegs und hatte auch noch nach dem Verpflegungspunkt 195 km leichten Gegenwind. Ich merkte, wie ich immer schlapper wurde und der Gegenwind seinen Rest tat. Es war bei Kilometer 216 und der Hungerast tat seinen Rest. Auf einmal verfluchte ich die schöne Natur und die schönen großen Felder um mich herum. Viele Gedanken kreisten in meinem Kopf in dieser Zeit herum, aber ans Aufgeben hatte ich nie gedacht. Es war mein Traum einmal die 300 km-Marke zu knacken und so dachte ich mir jeder Tritt bringt mich weiter ans Ziel! Einige Gruppen fuhren mit hohem Tempo an mir vorbei. Ich versuchte mitzuhalten jedoch gelang es mir nicht. Jedesmal musste ich wieder abreissen lassen. Jedes Mal wenn das passierte musste ich mich wieder von vorne aufbauen. Aber ich schleppte mich in den Verpflegungspunkt Alt Schönau 242 km, dort setzte ich mich und füllte meine leeren Speicher wieder auf. Die Cola schmeckte 🙂 und auch der Kuchen war für mich grandios. Es blieb auch nicht bei einem Stück und einem Becher 🙂 . Die Zeit verging, da ich auch ins Gespräch mit anderen Teilnehmern kam. Nach meiner Stärkung machte ich mich auf den Weg zur letzten Verpflegungsstation.

Kilometer 278 – Das Gefühl es fast geschafft zu haben

So hundertprozentig fühlte ich mich noch nicht wieder, aber es ging zumindest besser voran als zuvor und es war ein gutes Gefühl dem inneren Schweinehund kräftig in den Allerwertesten zu treten.  Mein Tritt wurde wieder runder und ich zog auch die Hügel wieder mit mehr Kraft hinauf. Wenn man so lange auf dem Rad sitzt, verliert man irgendwie das Zeitgefühl und so traf ich nun im letzten Verpflegungspunkt ein. Ich stellte mein Rad ab und ging direkt zur Verpflegung. Ich hatte wieder richtig Hunger (ein gutes Gefühl) und ich nahm mir ein Salamibrot und eins mit Käse sowie eine Cola 🙂 .  Naja, die Gewürzgurke durfte auch nicht fehlen. Langsam überkam mich das Gefühl dass ich es fast geschafft habe. Ein mega Gefühl, welches mich überkam. Es baute mich förmlich auf und ich war ab nun an auch überzeugt es wirklich zu schaffen. Auf dem Rad merkte ich nun, wie ich völlig losgelöst und voller Energie wieder zurück war. Endlich gelang es mir, obwohl ich alleine ohne Gruppe unterwegs war, wieder einige Teilnehmer zu überholen und sogar an den letzten Hügeln mit einem Lächeln hinauf zu radeln.
Die letzten Kilometer der Tour waren wirklich atemberaubend, die Anwohner hielten kleine Versammlungen ab und feuerten jeden einzelnen Teilnehmer an. –-Vielen Dank dafür nochmal an Euch!!– Es fühlte sich an wie bei einer kleinen Tour de France 🙂 . Die letzten Kilometer standen nun noch bevor und für mich stand fest, ich werde das Ziel erreichen.
Auf dem Rennrad MSR 300 2023
Auf dem Rennrad MSR 300 2023

Wieder in Neubrandenburg oder endlich im Ziel

In Neubrandenburg angekommen ging es zum Schluss noch einmal an einer gut befahrenen Hauptstrasse vorbei bis wir endlich zum Kulturpark einbogen. Die letzten Meter mussten wir auf dem Sandweg über eine kleine Brücke direkt in den Zieleinlauf fahren. Ich sah nun nach über 300 km das Ziel, was für ein Gefühl und was für eine Leistung. Der Ansager im Zieleinlauf nannte von jedem einzelnen Teilnehmer bzw. Gruppe den Namen, was zusätzlich für eine tolle Atmosphäre sorgte. Durch das Ziel gefahren bekam ich von einer Helferin meine Medaille überreicht und meine Frau und Tochter sowie Ruby empfingen mich und beglückwünschten mich.
Auf einmal fühlte ich mich total gut und hätte sogar weiter fahren können 🙂 . Was nach dem Zieleinlauf sofort klar war, nächstes Jahr bin auf jeden Fall wieder dabei!
Zielankunft MSR 300 2023

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